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Berlin, oder das Große Thema.



3 Monate, für ein Praktikum, eine neue und vor allem große, schillernde Stadt, ein WG-Zimmer zur Zwischenmiete inklusive dickem, weißen Kater, einem Herz voller Aufregung und einem Bauch voller mulmiger Gefühle.

3 Monate Mainz verlassen, die Familie, Freunde und den Freund. "Mal sehen, was die Stadt so bringt", für diese Zeit oder vielleicht für irgendwann-auch-länger.

Währenddessen ausmisten, arbeiten, Geld verdienen, möglichst wieder 6 kg abnehmen und irgendwie versuchen, das Leben wieder zu ordnen, obwohl es doch eigentlich gar nicht so aus den Fugen geraten ist. Zumindest nicht aktuell, aber vor langer Zeit. Und dann weiterfahren auf den falschen Gleisen, oder auch nicht, und nicht genau wissen, ob man einfach weitergehen oder umkehren soll.

Und nur, weil man ein Kapitel abgeschlossen hat, hört man ja auch nicht auf, das Buch zu lesen. Den Inhalt jedes Kapitels und die Gedanken darüber nimmt man mit ins Nächste, bis zum Ende des Buches, alles baut aufeinander auf. Erst am Ende des Buches merkt man dann, dass jedes einzelne Kapitel Sinn gemacht hat.

 

14.6.11 00:07


Kommodenentrümpelung.



Offiziell wohne ich seit dem 1.10.2009 in Mainz.
Eingezogen in eine 3er-WG, den Kopf frei von Schule und Abitur, das Herz voller Mut und Neugierde, die Kisten voll mit Klamotten, Büchern und allem anderen, was ich so aus meiner Vergangenheit mit in die Gegenwart zerren wollte.

Heute habe ich meine Kommode ausgeräumt, zumindest die erste Schublade. Ich widmete mich auch meinem Regal und der ein oder anderen Kiste, die so wunderbar dekorativ in meinem IKEA-Regal steht. Verschlossen vor fremden Blicken, blickdicht und geheimnisvoll.

Während die Kommode, die Schubladen und Kisten immer leerer wurden, füllte sich mein Kopf mit altgeliebten Bildern und Erinnerungen, verhassten Flashbacks, zweifelhaften Atemzügen und dem einen Gedanken: "All die Jahre, wo sind die nur hingekommen?"

Philipp Poisel hat schon Recht in seinem Lied. Man fragt sich, wie sich die Dinge plötzlich so ändern konnten und wo die Zeit hingekommen ist, die man so erlebt hat, als wäre sie die Beste überhaupt. Die Antwort ist simpel - sie steckt in sämtlichen Kommoden, Schubladen und Kisten, die sich mit der Zeit so füllen. Und irgendwann kommt der Moment, in dem man sie wieder leeren muss, um Platz zu schaffen für die neuen Dinge und Bilder, die unseren Alltag ausfüllen und vor allem ausschmücken.

Ich wohne seit dem 1.10.2009 in Mainz, in dieser Wohnung. Mittlerweile lebe ich auch hier, in diesem einen Zimmer, das so schön aussieht mit all den neuen Sachen und Bildern und Düften, die mein Leben schmücken. Ich bin angekommen. 

Angekommen in der neuen Stadt, das Herz ein wenig erfahrener, aber nicht weniger mutig oder neugierig. Angekommen irgendwie auch im Leben, auch wenn die Reise immer weitergeht. Das mag sich kitschig anhören und ein bisschen metapher-überlastet - aber es ist, wie es ist. Und das ist gut so.

 

2.5.11 01:16


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